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Pferde fürs Distanzreiten


Ein Springreiter wird sich für seinen Sport nach einem Hannoveraner oder Holsteiner umsehen, ein Gangpferdereiter sich besonders Isländer oder Pasos ansehen, aber welches Pferd ist für den Distanzsport geeignet?
Alter
Gebäude
Stockmaß
Temperament
Rasse
Ausbildung
Training


Alter
Um in Deutschland)an EFR teilzunehmen, muss das Pferd mindestens 5 Jahre alt und der Zahnwechsel abgeschlossen sein. Für KDR und MDR muss das Alter mindestens 6, für Ritte ab 79 km (LDR) 7 Jahre betragen. Manche Veranstalter erlauben auch erst 8 jährigen Pferden den Start auf LDR.
Wer sich ein Pferd für den Distanzsport kauft, sollte also wissen, ob er möglichst schon in der kommenden Saison starten möchte, oder lieber ein junges Pferd aufbauen möchte.
Für Pferde jeden Alters, ohne voriges Ausdauer-Training, sollte man mindestens ein Jahr an Aufbau rechnen, wenn man Ritte über 40 km gehen will.
Ein ausgewachsenes Pferd hat natürlich den Vorteil, das die Strukturen bereits gefestigt sind und es unterm Reiter wesentlich mehr gefordert werden kann und schneller ans Ausbildungsziel kommt, als ein ungerittenes, ungymnastiziertes Jungpferd. Wer gleich loslegen will, der kann sich auch nach einem älteren Distanzpferd umsehen, welches schon einige Ritte gelaufen ist.
Allerdings besteht bei einem älteren Pferd auch schon die Gefahr von leichten Schäden, die sich aber erst im fortgeschrittenem Training bemerkbar machen werden. Zudem sind z.B. Herz und Lunge oftmals besser zu trainieren, wen man sehr früh schon beginnt. Bänder, Sehnen und Knochen sind zwar soweit gefestigt, müssen aber trotzdem sorgfältig trainiert werden, um den Belastungen im Distanzsport standzuhalten. Jede angeborene oder erworbene Schwäche wird sich im Distanzsport zeigen!
Ein junges Pferd benötigt hingegen eine lange Aufbauzeit. Es muss erst lenrnen sein Gleichgewicht unter dem Reiter wiederzufinden und dessen Gewicht zu tragen. Es muss erst entsprechend gymnastiziert werden, damit es in der Lage ist, seinen Reiter dann auch über Distanzstrecken zu tragen. Für die Ausbildung benötigt man viel Erfahrung und wird nicht selten jemand fachkundiges damit beauftragen müssen.
Im Training muss deutlich mehr Rücksicht auf die unterschiedliche Entwicklung von Muskulatur, Bändern, Sehnen und Knochen genommen werden. Die Einsätze im Wettkampf müssen sorgfältig geplant werden und schließen im ersten Aufbau schnelles Reiten aus. Entwicklungschübe können das Training zurückwerfen.
Wer das Training sorgfältig aufbaut, wird wahrscheinlich nicht mit Verschleißerscheiningen rechnen müssen. Angeborene Schwächen lassen sich im Basistraining erkennen und manchmal entsprechend verbessern. Herz und Lunge sind in jungem Alter gut zu trainieren.

Wer sich ein älteres Pferd kauft, sollte sich zwischen 7 und 12 Jahren umsehen. Dann kann das Pferd schon alles laufen, hat vielleicht sogar schon etwas Distanzerfahrung ist aber nicht mehr ganz so übermütig, wie ein 5 jähriger.
Ein junges Pferd kauft man besser mit geschultem Auge oder fragt jemanden mit Erfahrung. Ein 3 oder 4 jähriges Pferd wird sich nicht mehr so stark verändern, wie ein Fohlen oder 1-2 jähriges Pferd. Dennoch ist die jeweilige Veranlagung für jemand unerfahrenes nicht immer leicht zu erkennen.
Außer bei der Auswahl von Fohlen oder 1-2 Jährigen, bei denen sich die Ankaufsuntersuchung oft nicht so gründlich und aussagekräftig durchführen läßt, sollte jedes Pferd von einem Tierarzt durchgecheckt werden. Wer sichergehen will, sollte sogar Röntgen lassen. Beim älteren Pferd wichtiger, als beim ungerittenen Jungpferd, da sich erworbene Schwächen so oft erkennen lassen.
Welche weitergehenden Untersuchungen nötig sind, kan man am besten mit dem Tierarzt klären.
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Gebäude
Das Gebäude eines Distanzpferdes ist von großer Bedeutung. So führen Fehlstellungen der Gliedmassen im Ausdauersport meistens zu ungünstiger Belastung und zu Schäden an Knochen, Bändern oder Sehnen.
Das Distanzpferd muss nicht dem allgemein in der Warmblutzucht geltendem Ideal entsprechen. Vieles was im klassischen Reiten als fehlerhaft angesehen wird, hat im Distanzsport zu vernachlässigende Auswirkungen. Oftmals hat sich der "Ausschuss" der Warmblutverbände gerade als gutes Distanzpferd erwiesen. Das ist aber natürlich nicht die Regel.
Grundsätzlich kann jede Anweichung vom Ideal zu negativen Auswirkungen (Schäden) führen - sie muss es aber nicht zwangsläufig. Die Wahrscheinlichkeit, das sich eine Fehlstellung auswirkt ist größer, aber es gibt gerade im Distanzsport vile Pferde mit deutlichen Gebäudemängeln, die dennoch hervorragend laufen und diese anscheinend durch andere Stärken kompensieren.

Im Folgenden einige Hinweise zur Gebäudebeurteilung. Wer sich näher damit beschäftigen will, sollte sich in der entsprechenden Literatur umsehen. (Ich werde mich noch um Anschauungsmaterial bemühen. Bitte etwas Geduld...)
Gesamteindruck
Der Gesamteindruck sollte athletisch wirken. Schließlich handelt es sich um einen Ausdauersportler! Keine kompakten Muskel- oder Körperpartien. Die Kühlung von massigen Muskelpartien kostet unnötig Reserven. Ein trainiertes Distanzpferd verfügt über flache Muskeln, die wenig Energie verbrauchen und somit weniger gekühlt werden müssen. Ein heller, wacher Ausdruck deuten auf ein agiles Temperament (s.Temperament).
Bewegungen
Die wichtigste Gangart des Distanzpferdes ist der Trab. Er sollte raumgreifend, leichtfüssig und flach sein.Ein Distanzpferd muss sich nicht durch schwebende, ausdrucksstarke Bewegungen auszeichnen - im Gegenteil, ein aufwändiger Bewegungsablauf kostet mehr Kraft und belastet auch den Reiter mehr. Beim jungen Pferd kann man vor dem Kauf schon gut beobachten, ob es von sich aus lieber trabt oder galoppiert. Es gibt Pferde, die nicht so gut schnell traben können und den Galopp vorziehen. Auch sie können, mit dem richtigen Training, sehr gute Distanzpferde werden. Sie werden aber meistens nicht gut traben lernen und sollten somit auch nicht dazu gezwungen werden!
Auch der Galopp sollte schnell, flach und nicht zu aufwändig sein. Ein gutes Durchspringen ist von Vorteil, stärkere Bergauftendenz nicht nötig. Viele Distanzpferde galoppieren nicht im klaren 3-Takt sondern tendieren eher zum 4 -Takt, was ökonomischer im Energieaufwand ist.
Der Schritt ist eigentlich die unwichtigste Gangart. Es wird ja selten im Schrit geritten! Ein raumgreifender Schritt mit Übertritt ist lediglich für den Reiter bequemer, wenn er denn mal Schritt reitet. Tendenzen zum Passgang sind unwesentlich und bei Gangpferden durchaus als eigene Gangart ausgebildet. Bei diesen Pferden findet sich dann auch noch der Tölt, der bei einigen dieser Rassen im Distanzsport den Trab ersetzt. Ein schneller Tölt mit wenig Aktion im Vorderbein ist hier erstrebenswert und läßt den Reiter weich sitzen.
Beine
Korrekte Stellung der Vorder- und Hinterbeine. Trockene Konturen der Sehnen und Gelenke können ein Zeichen für gesunde Beine sein. Gallen gelten oft als Schönheitsfehler, können aber auch auf ein Problem in dem Bereich hinweisen. Sehnen müssen klar erkenn- und ertastbar sein. Schwammige Bereiche deuten auf Schäden hin. Überbeine dürfen nicht im Bereich der Sehnen liegen, wo sie Probleme verursachen könnten. Große Gelenke, nicht eingeschnürt und ohne klobig zu wirken. Lange Beine die im guten Verhältnis zum Rest des Pferdes stehen sollten.
Hufe
Dem Pferd entsprechend (Also keine Shetty-Hufe für ein großes Pferd). Nicht zu steil oder zu flach gewinkelt, gleichmässig im Wuchs. Hinterhufe sind immer etwas schmaler als die Vorderhufe. Die Zehenachse von Fessel bis in den Huf darf nicht gebrochen sein. Die Konstistenz sollte fest sein ohne Hornspalten. Ausgefranste Ränder deuten oftmals nur auf eine mangelnde Sorgfalt hin. Jeder Korrekturbeschlag sollte zunächst mißtrauisch machen und gründlichst hinterfragt werden. Im Distanzsport können sich Kleinigkeiten schon negativ auswirken.
Rücken
Ein nicht zu langer, nicht zu kurzer Rücken mit gut modellierter Sattellage und genügend Widerrist. Dier Übergang in die Nierenpartie sollte harmonisch sein. Die Wirbelsäule darf keine Fehlstellungen aufweisen. Die Rückenbemuskelung beim Distanzpferd ist oft sehr viel schwächer ausgebildet, als beim Dressurpferd, sollte dennoch gleichmässig sein.
Halsung
Der Hals ist die Balancierstange des Pferdes, sollte somit weder kurz und dick, noch zu lang sein. Darüberhinaus ist ein leichtes Genock und ein harmonischer Übergang in die Schulter/Widerrictpartie wünschenswert, aber nicht absolut notwendig. Ein Hirschhals deutet auf ein falsch gerittenes Pferd, ist aber für sich genommen, kein Hinderungsgrund für die Distanzkarriere.
Hinterhand
Ein steileres Hinterbein und eine schlechtere Winkelung im Sprunggelenk ist zu tolerieren. Die Hinterhandwinkelung muss nicht so stark sein, da das Distanzpferd deutlich weniger Last aufnehmen muss, als ein Spring- oder Dressurpferd. Eine leicht kuhhesssige Stellung ist sogar erwünscht, weil sie das Vorbeitreten der Hinterbeine an den Vorderbeinen begünstigt.
Vorhand
Korrekte Stellung. Nicht zu eng im Ellenbogenbereich, da hier leicht Scheuerstellen entstehen. Ebenso nicht zu eng nebeneinander, so ist die Gefahr des Streifens größer. Eine steile Schulter begrenzt den Vortritt des Vorderbeins, hier ist eine gut gewinkelte Schulter wünschenswerter.
Kopf
Ist eigentlich völlig unerheblich! Schönheit ist kein Kriterium im Ausdauersport. Ein intelligentes Gesicht, große Augen, breite Stirn, schmale Ohren und große Nüstern zeichnen viele Distanzpferde aus. Aber es gibt auch andere...
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Temperament
Das Distanzpferd sollte Temperament haben!
Es darf aber nicht unkontrollierbar sein. Wenn es sich zu sehr aufheizt, verpulvert es seine Energie viel zu früh oder der Reiter kann keinen Einfluß auf die Startgeschwindigkeit nehmen. Oft wird ein schwieriges, lauffreudiges und spinniges Pferd, als ideal für das Distanzreiten angesehen. Es kann ein gutes Distanzpferd werden, aber oftmals steht ihm sein Temperament in den Pausen, wenn es sich erholen soll, im Wege oder führt bei solch hypernervösen Pferden zu einem Nicht- Regenerieren in den Kontrollen. Viele Pferde gelten als lauffreudig, laufen aber eigentlich nur vor Schmerzen im Rücken oder anderen Bereichen davon. Man muss somit kritisch sein.
Eine angeborene Lauffreude, ein intelligentes, freundliches Wesen, Ehrgeiz, Power sind wünschenswerte Eigenschaften.
Lethargie, Triebigkeit sind negativ zu bewerten, deuten oft aber auch auf Probleme und /oder Scherzen hin.
Pferd und Reiter müssen vor allem zusammenpassen. Ein ängstlicher, unsicherer oder unerfahrener Reiter wird mit einem Temperamentsbündel immer überfordert sein und sollte dann lieber einen ruhigeren Partner suchen.
 
Stockmaß
Ein ideales Stockmaß gibt es sicherlich nicht. Ponies laufen mitunter ebenso erfolgreich, wie Pferde über 170 cm. Die meisten Distanzpferde sind zwischen 150 und 165 cm.
Das Pferd sollte darüberhinaus immer zum Reiter passen.
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